Schweiz: Cybersexualdelikte nehmen zu – immer mehr Fälle mit KI-Nacktbildern

Täglich gehen rund sieben Meldungen zu pädokriminellen Inhalten im Netz bei der Melde- und Beratungsstelle clickandstop.ch ein.

Gleichzeitig nutzen täglich rund 190 Personen die Dienstleistungen von clickandstop.ch.

Insgesamt wurden im vierten Betriebsjahr 2432 entsprechende URLs gemeldet. Zunehmend melden sich zudem Betroffene, weil mithilfe von künstlicher Intelligenz Nacktbilder von ihnen erstellt und verbreitet werden.

Im Jahr 2025 sind bei clickandstop.ch 2432 URL-Meldungen eingegangen. Damit bleibt die Zahl der Meldungen zu pädokriminellen Inhalten im Internet auf einem hohen Niveau. Die Meldungen werden von fedpol geprüft und tragen dazu bei, potenziell strafbare Inhalte zu identifizieren und entsprechende Schritte einzuleiten.

Das Auskunfts- und Beratungsangebot konnte im letzten Jahr einen Anstieg von 63 % verzeichnen. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits im Vorjahr sichtbar war: Kinder und Jugendliche sind zunehmend von Cybermobbing und sexualisierter Gewalt betroffen, bei der KI-generierte Nacktbilder eingesetzt werden. Immer häufiger wenden sich Betroffene oder ihr Umfeld deshalb an clickandstop.ch für Hilfe. Der Anstieg der Anfragen hat die Trägerschaft von clickandstop.ch (die Melde- und Beratungsstelle ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Kinderschutz Schweiz und der Guido Fluri Stiftung) dazu veranlasst, die Öffnungszeiten des Beratungsangebots im Rahmen eines Pilotprojekts zu erweitern. Ab April 2026 sind Telefon und Chat wie folgt erreichbar:

  • Montag – Mittwoch: 08:30 – 20:00 Uhr (durchgehend geöffnet)
  • Donnerstag: 08:30 – 12:00 | 13:30 – 17:00 Uhr
  • Freitag: 08:30 – 11:30 | 13:30 – 20:00 Uhr

Mit den erweiterten Öffnungszeiten reagiert clickandstop.ch auf die steigende Nachfrage und will Betroffenen schneller und niederschwellig Unterstützung bieten.

Digitale Plattformen sind ein zentraler Teil des Alltags von Kindern und Jugendlichen – doch sie sind nicht sichere Räume. „Zu viele Kinder erleben Grenzverletzungen und Übergriffe und zu oft wissen Betroffene oder ihre Familien nicht, wo sie Hilfe finden. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Der Schutz der Kinder ist keine Frage der Zuständigkeit, sondern eine Frage der Verantwortung“, betont Yvonne Feri, Stiftungsratspräsidentin von Kinderschutz Schweiz. Deshalb fordert die am 3. März 2026 lancierte Internet-Initiative der Guido Fluri Stiftung mehr Verantwortung von Internetplattformen. Kinderschutz Schweiz unterstützt die Initiative.

Die zunehmende Verbreitung von Cybersexualdelikten – etwa durch den Missbrauch von KI-Tools zur Erstellung manipulierter Nacktbilder – zeigt, wie wichtig Aufklärung und Prävention sind. Deshalb startet im Sommer 2026 die dritte und letzte Phase der nationalen Sensibilisierungskampagne „Gemeinsam gegen Cybersexualdelikte an Kindern und Jugendlichen“. Ziel der Kampagne ist es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und Kinder und Jugendliche besser vor digitaler sexualisierter Gewalt zu schützen.

Die Kampagne wird von Kinderschutz Schweiz in Zusammenarbeit mit der nationalen Plattform „Jugend und Medien“ des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV), der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP), den kantonalen und städtischen Polizeikorps, der Bundespolizei fedpol sowie dem Netzwerk digitale Ermittlungsunterstützung Internetkriminalität (NEDIK) umgesetzt. Unterstützt wird sie unter anderem von Sunrise, AXA, Livesystems, Zipscreen GmbH, der Guido Fluri Stiftung und weiteren Partnern.

 

Quelle: Kinderschutz Schweiz
Bildquelle: Symbolbild © Ground Picture/Shutterstock.com